Willkommen hier beim DIALOG

 

Alois Fleig für Sie unterwegs zu, im Gespräch mit:

 

- Menschen, die etwas bewegt haben, etwas bewegen!

- Menschen, die etwas zu sagen haben, eine Meinung haben,

- Menschen, mit Vision und Engagement!

 Diese Woche im DIALOG: 

Interview mit 

Richard Schmitz, IHK-Vizepräsident  BADEN-BADEN

Alois Fleig: President Impuls-Oberrhein e.V.  (i.Gr.)                   

Chefredakteur mittelstands-forum-baden.de

Gespräch  im Kaminzimmer Brenners Parkhotel Baden-Baden         im Vorfeld zum 6. Pierre Pflimlin Symposium am 18.04.2013

 

Herr Schmitz um uns herum starke  Metropolregionen, die TMO  (Trinationale Metropol-Region Oberrhein) gerade geboren momentan aber noch mehr ein politisches Konstrukt, ein zartes Pflänzchen.  Ihr Name ist mit Deutsch-Französischen Aktivitäten  stark verbunden , Sie  sind  auch stark engagiert im Gestaltungsprozess. Der Ort hier, das  Brenners in Baden-Baden ist mit der deutsch-französischen   Zusammenarbeit ebenso eng verbunden ,wie das Pierre-Pflimlin-Symposium in diesem Hause in diesen Tagen  Wie sehen Sie den Stand der Entwicklung der ?Oberrhein-Region??  Ist  die trinationale Struktur  , drei Systeme  ( Föderal, zentralistisch, eidgenössisch) nicht zu hoch gehängt ?, Sollten nicht erst einmal die  3 Regionen auf badischer Seite mehr miteinander anstellen??

Richard Schmitz:

Sicher haben Sie recht, dass innerhalb der Regionen Baden wie Elsass noch viel zu tun ist auf dem Werg zu einer engeren Zusammenarbeit am Oberrhein. Übersehen Sie aber nicht, dass mit der Installation der TMO ein wichtiger Rahmen geschaffen ist, in dem sich die Aktivitäten, wie gerade auch die Ihrige, dann entfalten können.

Alois Fleig:

Das ist ein hoffnungsvoller  Anfang, würden Sie mir aber  zustimmen, wenn ich aus täglichem Kontakt mit den Unternehmern unserer Region feststelle, dass der Prozess noch nicht in der Wirtschaft angekommen ist?  Sind Sie der Meinung, dass man diesen Prozess der Politik  überlassen kann oder sollte? Oder nicht vielmehr  hineintragen?   Können Sie sich vorstellen, dass eine Initiative wie der gerade gegründete IMPULS- Oberrhein.eu-  dazu geeignet wäre, diesen Rahmen mit einem Bild, mit Leben zu erfüllen?

Richard Schmitz:

Aber selbstverständlich! Das ist eine gute Idee; das Bild den Rahmen mit Leben zu erfüllen gefällt mir sehr gut. Darin sind sich die politischen Akteure auch bewusst, dass sie eben zu dem Werk nur den Rahmen erstellen können, die Inhalte, das Leben muss aus der Region, den Menschen und gerade auch der Wirtschaft kommen! So sind auch wir genau wie Sie unterwegs, markante Unternehmer aus der Region als Leitfiguren dafür zu gewinnen; hier kann ich mir viele Synergien vorstellen

Alois Fleig:

Was aber könnten Unternehmer konkret unternehmen um hier voranzukommen?

Richard Schmitz:

Es gibt sicher vielfältige Möglichkeiten, Unternehmer für diese Idee zu gewinnen; gut ist immer, wenn für die Unternehmen nicht nur eine gute Idee sondern auch ein noch so kleiner Vorteil erkennbar wird. Eine Aktion ist z.B. die >>Region der Sterne<<, bei der wir die Sterne - Restaurants nicht nur in ihrer bei uns gehäuften Vielzahl aber auch Vielfalt präsentieren als eines der Merkmale der Region!

Alois Fleig:

Ja das geht in die Richtung, wie wir  es auch sehen. Nur, vielleicht ?mit Verlaub- etwas weniger elitär und auch nicht nur in der Gastronomie die sogenannte Oberklasse ansprechend. Mit denen kann man natürlich leichter Punkten nach außen. Die Sterne-Restaurants aber sind eine kleine Minderheit ebenso wie die Herrenknechts und die Burda´s; ist es nicht vielmehr auch ein wichtiges Merkmal unserer Region, die Vielzahl der gut geführten Familienbetriebe, in denen man gut einkehren kann und gute regionale Qualität sympathisch erleben kann. Dafür ist die Gastronomie nur ein Beispiel; das gilt für die große Zahl  an mittelständischen Betrieben der unterschiedlichsten Branchen ebenso.

Lieber Herr Schmitz , herzlichen Dank für das Gespräch. Zum unserem gemeinsamen Ziel  gibt es ,wie immer, mehrere Pfade, lassen Sie uns losgehen und lassen Sie uns so oft wie möglich unsere Wege kreuzen!

© Alois Fleig 2013 Baden-Baden/Ettlingen

 

Interview  anlässlich des 5. Hansgrohe Wassersymposiums in Schiltach.

In der Hansgrohe-AQUADEMIE® konnte Alois Fleig, Mittelstands-forum-baden dieses Interview führen mit

                                                                      

Klaus Grohe Vorsitzender des                             Richard Grohe, Stv. Vors.

Aufsichtsrates der Hansgrohe SE          des Vorstandes der Hansgrohe SE

 

1.Alois Fleig:

Sehr geehrte Herren Grohe , Ihr Unternehmen ist nicht nur in seiner Branche einer der Weltmarktführer, mit Familienmitgliedern in Vorstand und Aufsichtsrat ist es ein ganz spezielles, herausragendes Beispiel für ein Erfolgsmodell der Region.

Sehen Sie die Hansgrohe SE als Familienunternehmen? Sehen Sie sich ? losgelöst von der Unternehmensgröße ? von der inneren Struktur her dennoch als Mittelstand? Welche  Chance geben Sie mittelständischen Unternehmen, Familienunternehmen in Ihrer Größenordnung?

Klaus Grohe:

Familienunternehmen hier, Dax-Unternehmen dort, der Unterschied ist ? zugespitzt formuliert ? in vielen Fällen ganz einfach: Mehr Klasse hier  statt  Masse dort! Natürlich sehen wir uns als familiengeprägtes Unternehmen, ein Drittel ist in Familienbesitz und, wie Sie richtig feststellten, ist die Familie in der Unternehmensführung stark präsent. Die anderen Gesellschafter sind weit weg und reden uns hier nicht rein, wie ein Unternehmen aus dem Schwarzwald zu führen ist, zumal wir seit Jahren erfolgreich unterwegs sind. Zumindest haben wir sie bislang immer davon überzeugt, dass wir hier wissen, was zu tun ist. Hansgrohe ist immerhin 111Jahre alt.

Richard Grohe:

Mittelstand ist natürlich auch eine Definitionsfrage, aber mit unseren Strukturen und unseren flachen Hierarchien fühlen wir uns viel eher als großer Mittelständler den als Konzern. Das gilt ganz besonders in unserer Firmenphilosophie, die für langfristige, nachhaltige Strategie steht im Gegensatz zu der häufig kurzatmigen, quartalsgetriebenen Herangehensweise bei Konzernunternehmen. Auch die außergewöhnlich lange Betriebszugehörigkeit vieler unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steht für Mittelstand: Viele sind bei uns von der Lehre bis zur Rente beschäftigt, in manchen Fällen arbeiten mehrere Generationen im Unternehmen. Wir legen aber auch großen Wert auf den eigenen Nachwuchs, wie unsere überdurchschnittliche Ausbildungsquote belegt. Auch auf die Balance Alt und Jung achten wir sehr und haben, meine ich, auch da gesunde, vernünftige Werte! Wir tun auch eine ganze Menge dafür.

2. Alois Fleig

Das heutige 5. Hansgrohe Wassersymposium ist ein exzellentes Beispiel für das Engagement Ihres Hauses weit über das alltägliche Geschäft mit Armaturen und Brausen hinaus. Wie ja auch diese Hansgrohe Aquademie dem Medium Wasser , mit dem Sie in besonderer Weise verbunden sind, gewidmet ist. Daneben gibt es aber auch weitere, vielfältige Aktivitäten, seien sie gesellschaftlicher Art oder Teil Ihres Umweltengagements. 

Klaus Grohe:

Das Unternehmen, das 111 Jahre besteht und  zwei Weltkriege überstand, hat immer auch die Region - in erster Linie die Menschen, weniger  die Institutionen ? unterstützt. An ein schönes Beispiel, an das ich mich erinnere , ist, dass wir unmittelbar nach dem Krieg unsere Aluminium-Umformtechnik, die wir im Betrieb hatten, der Bevölkerung zur Verfügung stellten und aus gesammelten Aluteilen Essgeschirre geformt haben, die unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter damals dann für den Tauschhandel oder zum eigenen Gebraucht nutzten.

À propos regionales gesellschaftliches und ökologisches Engagement und um einen Bogen in die Gegenwart zu schlagen: Wir laden Sie ein, bleiben Sie doch bis morgen Nachmittag  zur Aktion -Lachse für die Kinzig-. Direkt hier am Werksgelände an der Kinzig  werden Schülerinnen und Schüler in einem von uns geförderten und vom WFBW (Wanderfische Baden-Württemberg gemeinnützige GmbH) organisierten Projekt junge Lachse in die Kinzig einsetzen. Das ist ein schönes Beispiel, wie man sich für Wasser, Natur sowie Jugend und Bildung lebendig und vor Ort, sprich in unserer unmittelbaren Umwelt, praktisch engagieren kann.

Richard Grohe:

Dass dem Wasser unser ganz besonderes Interesse gilt, haben Sie richtig erkannt.  Weitere ganz zentrale Themen bei uns sind die Bildung und Förderung von Fachkräften. Der Kampf um Fachleute ist auch bei uns im Schwarzwald angekommen. Es ist heute nicht mehr selbstverständlich, dass man eine Ingenieursstelle sofort besetzen kann. Um dem vorzubeugen, bilden wir intensiv aus, gehen aber auch bereits mit Schulen und Kindergärten Bildungspartnerschaften ein, um gerade für technische Berufe zu werben. Sie haben die -Hansgrohe Talentschmiede- gesehen, die wir hier in Schiltach gerade errichten, um dort all diese Aktivitäten rund um das Thema Ausbildung zusammenzuführen und noch stärker ausbauen.  

 Alois Fleig

..Was halten Sie von der Idee, dass Leuchtturm-Unternehmen wie Hansgrohe anderen mittelständischen Unternehmen der Region wirkungsvoll unterstützen ? gewissermaßen als eine Art -Nachbarschaftshilfe-. Sehen Sie hier Möglichkeiten?

Richard Grohe:

Das ist ein interessanter Ansatz. Natürlich sehen wir uns nicht als Unternehmen auf einer Insel, dem das, was vor dem Werkstor passiert, nicht  interessieren würde.  Aber Wirtschaftsförderung ist nun mal mehr eine Sache der Kommunen, Kammern, Verbände und Institutionen, wo wir uns in dieser Form nicht einmischen wollen. Wobei wir uns einer Anfrage zu einem Erfahrungsaustausch selbstverständlich nicht verschließen. Allerdings sind wir auch nicht so vermessen zu glauben, dass wir Erfolgsrezepte anbieten können, die überall und für alle Unternehmen funktionieren.

Man darf auch nicht übersehen, dass wir beispielsweise beim Thema Fachkräftemangel letztlich auch mit den anderen Unternehmen im Wettbewerb stehen.

Unser Ansatz ist vielmehr der, dass wir aktiv dazu beitragen, den Standort Schiltach attraktiv zu machen ? für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und für solche, die es noch werden sollen. Wir arbeiten hier gewissermaßen für die allgemeine Wirtschaftsförderung, denn sind der Standort Schiltach oder das Kinzigtal attraktiv für Fachkräfte aus Hamburg oder Düsseldorf, dann hilft das allen Unternehmen hier im Kreis.


Alois Fleig :

Wie sehen Sie die Region Oberrhein aufgestellt im Umfeld der Metropolregionen? Welche Chancen geben Sie und sehen Sie in der gerade gegründeten Trinationalen MetropolRegion Oberrhein (TMO)? Was könnten Unternehmen dieser Region von sich aus bzw. miteinander unternehmen, um etwas für die Region zu bewegen?

Richard Grohe:

Wir begrüßen grundsätzlich solche Initiativen, auch wenn Hansgrohe eher selbst wenig davon profitiert. Sicher ist die regionale Organisation vor allem wichtig für die vielen Mittelständler, die schwerpunktmäßig auch in diesem regionalem Markt am Oberrhein aktiv sind.

Herzlichen Dank, sehr geehrte Herren Grohe für dieses Gespräch! In Ihrer Begrüßung warben Sie dafür, Botschafter für Wasser zu werden, was ich gerne aufgreife in dem ich die Botschaft des Symposiums weitergebe. Als langjähriger >Botschafter<   für den regionalen Mittelstand gebe ich nu  auch gerne die Botschaft weiter, dass auch viel mittelständisches Denken in Unternehmen steckt die die Statur von Konzernen haben!

 



Werk in Schiltach
 
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Gastkommentar von Richard Schmitz, Baden-Baden, IHK-Vizepräsident 

Grundsätze des Ehrbaren Kaufmanns

Es muss Mitte der achtziger Jahre gewesen sein, als ich in einem Kreuz-

worträtsel auf die Frage nach einem ?altmodischen Moralbegriff? mit vier

Buchstaben stieß. Die Antwort lautete:EHRE.

Das hat mich damals sehr nachdenklich gemacht und seitdem nicht mehr

losgelassen. Gilt der Begriff der Ehrein unserer modernen Welt wirklich als

überholt und derjenige, der ihm noch immer anhängt, als von gestern? Und

wenn ja, was sagt das über den Zustand unserer Gesellschaft aus?

Ich behaupte nicht, ein besserer Mensch zu sein als andere; und es liegt

mir fern, moralisierend den Zeigefingerzu heben und den Oberlehrer der Nation

spielen zu wollen. Aber was ich durchaus möchte ist: zu denken geben. Mir

selbst gibt zu denken, dass sich ? nach meinem Empfinden ? seit vielen Jahren

diese Gesellschaft und dieses Land von dem oben erwähnten ?altmodischen

Moralbegriff? weg in die entgegengesetzteRichtung bewegt. Zu dem, was uns dort

erwartet, sagte einst mein alter Freund Helmut Collatz klug und treffend: ?Kor-

ruption ist der Anfang vom Ende.?Wann ist das Ende nahe? Das Römi-

sche Reich leistete sich, als die Kor-ruption dort immer mehr um sich griff,

noch ein paar Jahrhunderte des allmählichen Verfalls. Aber in unserer Zeit geht

ja alles immer schneller. Und wenn manDiskussionen über dieses Thema führt,

drängt sich der Eindruck auf: Dies Land ist nicht mehr zu retten.

Vor allem im Geschäftsleben und im Gebahren unserer Wirtschaftslenker

wird oftmals vermisst, was früher den Ehrbaren oder, wie ich auch gerne sage,

den Königlichen Kaufmann ausgezeich-net hat. ?Ein Mann, ein Wort? hieß es

da etwa. Der Grundsatz war: Auch ohne schriftlichen Vertrag gab es Dinge, die

man tut ? und andere, die man ebennicht tut.

Die Zeiten haben sich geändert. Im Januar dieses Jahres hielt Klaus-Peter

Schöppner, Geschäftsführer der TNS Em-nid Medien- und Sozialforschung GmbH,

einen Vortrag mit dem Titel ?Die ?gute?Wirtschaft?, in dem anhand von Umfra-

gen gezeigt wurde, dass das Vertrauender Bürger in die Wirtschaftsvertreter

erschüttert ist, und zwar nachhaltig. Er zeigte dabei eine Reihe von Trends auf,

die alle in die falsche Richtung gehen:

Vom ?Wir? zum ?Ich?, vom Menschenzum Marketingziel und vom Diktat

des Anstands zum Diktat des Marktes.Ähnlich gering ist das Vertrauen in die

Gewerkschaften und die Politik. Ent-scheidend ist dabei nicht, ob diese Ein-

schätzungen der Wahrheit entsprechen;das entscheidende ist, dass offensicht-

lich ein Großteil der Bevölkerung soempfindet.

Ich sehe kein Patentrezept dafür, wieman das Ruder noch herumreißen könn-

te. Andererseits heißt es nicht umsonst ?Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur

Besserung.? Was mir Mut macht, ist,dass man in letzter Zeit Wörter wie ?ehr-

bar? wieder öfter liest und dass in denverschiedensten Bereichen und von vie-

len Menschen die Ethik zum Thema gemacht wird. Zu denen unter ihnen, die

ich persönlich treffen durfte, gehören Christian Graf, der Geschäftsführer der

Handelskammer Hamburg und Mitherausgeber des Buches ?Der Ehrbare Kauf-

mann und Compliance?; Hubert Kübel,der Gründer der Ethikschule Frankfurt;

oder Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, der beim Neujahrsempfang der

IHK Karlsruhe den Vertretern der Wirtschaft die Leviten las.

Es bedarf aber noch weiterer Mutiplikatoren dieser Einstellung!

 

Mit freundlicher Genehmigung unseres Medienpartners:TOP-MAGAZIN  

Foto: Fabry

 

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Soweit die Kolumne von Richard Schmitz, die seit Ihrem Erscheinen 2011 nichts an Aktualität eingebüßt hat! Im Gegenteil, im Lichte der aktuellen Meldungen und Beobachtungen aktueller denn je!

Ein Grund mehr für uns, als Multiplikator für solche Meinungen zu wirken. Ein Grund mehr, Sie einzuladen, Ihre Meinung und Einschätzung zu Vorgängen in unserem unternehmrischen Umfeld kund zu tun.

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, damit auch gerade Ihre Meinung Unternehmerkolleg(inn)en erreicht:

Einfach E-Mail an: alois.fleig@t-online.de

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Im DIALOG: Bernhard Zepf, Hotelier

 

 

 

Bernhard ZepfHotelier und Gastronom                          

Hotel  Restaurant  Erbprinz   Ettlingen

Private Gastlichkeit seit 1788

 

Alois Fleig:

Herr Zepf, Unternehmer, die etwas bewegen,  ist der Untertitel dieser Dialogserie mit Mittelständlern in der Region. Diese Charakterisierung trifft auf Sie in mehrfacher Hinsicht zu. Was waren die größeren Dinge, die Sie auf Ihrem unternehmerischen Weg bewegt haben, wo sind die Wurzeln, was sind die wichtigsten Meilensteine?

Bernhard Zepf:

Die persönlichen Wurzeln liegen im elterlichen Hotel-Restaurant dem Forsthaus Auerhahn in Baiersbronn, den bis heute mein Bruder mit Erfolg betreibt. Die beruflichen Wurzeln nicht weit davon entfernt im renommierten Hotel Bareis, wo ich meine Lehre absolvierte, mit dem ich auch bis heute freundschaftlich verbunden bin. Darauf folgte die für einen Hotelier und Gastronomen übliche Tour mit Stationen in renommierten Häusern in Deutschland, Schweiz und ganz  Europa, dazwischen die Hotelfachschule. 1989 mein Start als Unternehmer, erstmals selbständig als  Pächter eines Hotels in Wiesloch, und danach weiteren Engagements im Raum Heidelberg. 1999 dann der Meilenstein, der Start im legendären Erbprinz, den ich allerdings in einer ausgesprochen kritischen Unternehmens-situation, quasi Fünf Minuten vor  Zwölf  übernommen habe.Der Start war nicht einfach aber er ist gelungen; 2002-2003 dann bereits der erste dringend notwendige Investitionsschub um das Haus in seiner Infrastruktur zu sanieren.  2006- 2008 die Erweiterung des Erdgeschosses auch diese Investition schafften wir aus eigener Kraft . Die  notwendige Ausbalancierung von Restaurantgröße  zu Bettenzahl, ein enorm wichtiger Faktor für die  Stabilität eines solchen Unternehmens, stand dann noch an. Dies  schafften wir dann mit dem Neubau 2010. Diese Großinvestition konnten wir mit Unterstützung eines Investors, einer Ettlinger Unternehmensfamilie realisieren.

Alois Fleig

Nach diesen bewegten Jahren, die Frage: ?Was bewegt den Unternehmer Bernhard Zepf, was stört ihn, was ärgert ihn an seinem unternehmerischen Umfeld, was  würden Sie gerne  ändern?

Bernhard Zepf:

Da kann ich Ihnen nun wirklich nicht dienen! Leben wir hier nicht in einem ?kleinen Paradies?, nicht nur eine herrliche Region ,aber auch eine prosperierende Wirtschaft um uns herum? Ist dies nicht auch eine Region mit einmaligen Möglichkeiten? Was wir hier allein- von der Haltestelle direkt am Haus aus- in der Mitte zwischen Heidelberg, Baden-Baden, Schwarzwald und Straßburg vor der Haustüre zu bieten haben ist doch phantastisch; ein Kultur-Angebot inclusive, um das uns  manche Großstadt beneidet. Wirklich kein Grund zur Klage und die paar Unzulänglichkeiten sind da um daran zu arbeiten!

Alois Fleig:

Danke Herr Zepf, das ist wohltuend bei dem allgemeinen Weheklagen Mittelständler zu treffen, die einfach zufrieden sind und Freude haben an Ihrem Beruf als Unternehmer! Gerade deshalb aber meine letzte Frage: Was will der Unternehmer Zepf noch bewegen?  Im Unternehmen und vielleicht auch mit Blick darüber hinaus?

 

Bernhard Zepf:

Das ist erst einmal mit Blick auf unser Haus keine gewaltige Expansion sondern gesundes stetiges Wachstum, qualitatives Wachstum d.h. immer noch etwas besser werden. Mit Gastlichkeit zu begeistern; zuerst einmal unsere Gäste aber auch unsere Mitarbeiter dafür zu begeistern. Mit Blick über den ?Gartenzaun?  gibt es dann zwei Dinge, die mir sehr am Herzen liegen. Zum Einen, ist mir seit über 20 Jahren die Ausbildung und Weiterbildung des Hotellerie/Gastronomie-Nachwuchses ein großes Anliegen. In einer Initiative mit der FH Bad Überkingen  gibt es für den Führungsnachwuchs in unserer Branche eine eigene Klasse für Abiturienten; was wesentlich auf meine Initiative zurück geht. Hier in der Region ist die von mir mitinitiierte -Albtal-Initiative- ein solche  Aufgabe. Hier geht  es darum, Tourismusförderung einmal anders , nämlich gemeindeübergreifend anzugehen und, ebenso wichtig, kommunale Institutionen mit Unternehmen zusammen zu bringen um so die Region als Ganzes voranzubringen. Es gibt da schon erste Erfolge und das macht mich optimistisch.

Alois Fleig:

Optimistisch, das ist ein ideales Schlusswort, ist Optimismus vielleicht eine wichtige Eigenschaft für Unternehmer und vielleicht auch der Schlüssel für eine solche mittelständische Erfolgsstory des Traditions-Unternehmens Erbprinz wie auch des Unternehmers Bernhard Zepf. Herr Zepf  ich danke Ihnen auch im Namen der mittelständischen Kollegen für diesen ermutigenden DIALOG!

www. erbprinz.de

 

(C)Februar 2012   Alois Fleig

 

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Den jüngsten DIALOG konnte  Alois Fleig, BVMW- Geschäftsführer und Mittelstands-Forum-Baden -Redaktion in der Abtei Lichtenthal (Baden-Baden) mit          Gerhard Stratthaus, MDL und ehem. Finanzminister BW führen

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe   

Dialog und Begegnung, Forum für Führungskräfte 

sprach dieser im Dezember dort zum hochaktuellen Thema:

Die Staatsschuldenkrise ? Gefahr für unsere Währung

Was ist der Hintergrund der Problematik?

Fast alle wichtigen Staaten der Welt sind hoch verschuldet. Das gilt nicht nur für Europa sondern in noch höherem Maße für Japan und die USA.

Da das moderne Geld durch nichts gedeckt ist als durch das Versprechen der Staaten und ihrer Notenbanken, dass dieses Geld auch in Zukunft seinen Wert behält, hängt das Vertrauen in dieses Geld von der Zahlungsfähigkeit der garantierenden Staaten ab.

Da viele Staaten stark überschuldet sind, wird auch ihr Zahlungsversprechen bezweifelt. Unsere aktuelle Krise ist deswegen keine Eurokrise sondern eine Staatsschuldenkrise.

Wie sieht die Zukunft der Staatsfinanzen aus?

Fast alle Staaten haben eine große Zukunftsbelastung durch altersabhängige Ausgaben. In Deutschland betragen die Kapitalmarktschulden der öffentlichen Hand 80% des Bruttoinlandsproduktes, die Verpflichtungen aus Renten, Pensionen, Alters-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung aber rund 250%!! Die demografische Entwicklung wird dazu führen, dass im Jahre 2060 auf drei Arbeitende ungefähr zwei Ruheständler kommen. Heute beträgt das Verhältnis ein Ruheständler auf drei Arbeitende.

Worin liegen Politische Gefahren der Staatsverschuldung?

Wenn gegen die Verschuldung nichts Grundlegendes unternommen wird, droht nicht nur wirtschaftliche sondern auch politische Instabilität. Zukünftige Generationen sind möglicherweise nicht bereit, die extrem hohen Abgaben für die extrem hohen altersabhängigen Kosten zu tragen.

Was ist zu tun?

-       Beschränkung der altersabhängigen Kosten

o   Niedrigere Renten und Pensionen

o   Private Vorsorge

o   Längere Erwerbstätigkeit, wahrscheinlich bis zum Alter von 69 Jahren

-       Verbesserung der Wachstums- und Beschäftigungsperspektiven

o   Steigerung der Produktivität durch technischen Fortschritt und verstärkten Kapitaleinsatz

o   Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Familie

o   Zeitnahe Konsolidierung der Haushalte. Deutschland ist mit seiner Schuldenbremse ? die ungefähr in gleicher Weise auch die anderen Euro‑Staaten übernehmen werden ? auf dem richtigen Weg.

 

Herzlichen Dank Herr Stratthaus für Ihre  Ausführungen und das Gespräch!

Alois Fleig

Zur Veranstaltungsreihe:www.mitwertenwirtschaften.de

 

 

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Franz Kook , Duravit AG

Im heutigen DIALOG :

Franz Kook, Vorstand Duravit AG:

anlässlich

 

Alois Fleig, www.mittelstands-forum-baden.de und BVMW

 

Herr Kook, anlässlich der WRO-Veranstaltung im Designcenter, durfte ich einmal mehr Ihr Unternehmen als ein Großunternehmen mit Konzerndimensionen in Umsatz Mitarbeiterzahl und weltweiter Präsenz erleben; Aktiengesellschaften erlebt man meist auch als ?anonyme? Global-Player. Erlebt man aber Sie über Jahre, inmitten der regionalen Mittelständler , so nimmt man Sie mehr als solchen wahr; allein schon Ihre ?Amtszeit? über zwei Jahrzehnte spricht dafür. Sieht sich die Duravit, sehen Sie die Duravit AG als Mittelstand?

Franz Kook, Vorstand Duravit AG:

Mit dem Begriff Mittelstand wird allgemein ziemlich großzügig umgegangen. Ich würde es auch nicht so eng sehen und uns als größeren Mittelständler bezeichnen.

Alois Fleig:

Herr Kook, Sie haben eben die Strategie Ihres Hauses, besser die Franz Kook ?Erfolgsstory , anschaulich und prägnant dargestellt. ( è AKTUELL ) . Diese ist naturgemäß zugeschnitten auf Ihr Unternehmen. Was davon ist auch für den Mittelständler mit 30 oder 120 Mitarbeitern übernehmbar? Was empfehlen Sie diesen Kollegen?

Franz Kook:

Ein wichtiger Erfolgsbaustein von Duravit war und ist die konsequente Markenpolitik, mit der wir eine hohe Wiedererkennbarkeit erreichen. In unserem Fall zielt diese auf unsere hohe Designkompetenz und die ?German Quality made by Duravit? ab. Dies lässt sich aber auch für jeden anderen Bereich adaptieren. Zudem ist eine Differenzierungsstrategie sinnvoll. Damit meine ich zum einen, dass jedes Unternehmen für sich herausfinden sollte, was es besser kann als andere und sich darauf zu fokussieren. Zum anderen meine ich damit aber auch, dass man seine Produkte soweit differenzieren sollte, dass man jedem Kunden eine passende Lösung anbieten kann. Bei uns ist das eben ein Sortiment, das von der Jeans bis zum Smoking reicht. Und ganz wichtig ist außerdem, dass man eine gute Mannschaft hat, die motiviert ist und sich mit dem Unternehmen identifiziert. Denn der wichtigste Erfolgsfaktor sind immer noch die Mitarbeiter.

Alois Fleig:

Zusammenarbeit in der Region im Rahmen der WRO ist für Sie kein Fremdwort; sehen Sie vielleicht noch Möglichkeiten diese auszubauen. Aus anderen Regionen kenne ich Beispiele, bei denen Größere Mittelständler mit mehreren Werken oder Tochterunternehmen in aller Welt kleineren Mittelständlern ihre dortige Präsenz als ?Operationsbasis? räumlich oder auch logistisch mitnutzen lassen. Was halten Sie von einer solchen Idee?

Franz Kook:

 

Duravit hat sich stark für die Zusammenarbeit in der Region eingesetzt. Alle Unternehmen, die dort mitmachen, profitieren von dem dadurch entstandenen Netzwerk. Ich würde aber nicht so weit gehen, anderen Firmen ?unsere Operationsbasis? anbieten zu wollen. Die Strukturen sind einfach zu individuell.

Alois Fleig:

Wenn wir es richtig vernommen haben, so beenden Sie demnächst Ihre Vorstandstätigkeit. Darf man fragen , ob Sie der Region erhalten bleiben? Gestatten Sie dazu ?nicht die übliche Frage nach den Hobbies, sondern mehr danach , ob Sie nicht nur den Schwarzwald in vollen Zügen genießen, sondern der Region vielleicht auch als ?Senior-Expert? oder ?Elder Statesman? erhalten bleiben. Ob ich Sie vielleicht zu einem Kaminabend gewinnen kann, um Ihren Wissensfundus zu Globalisierung , Markenführung und anderen Themen jüngeren und kleineren Unternehmen zu erschließen?

Franz Kook:

Selbstverständlich bleibe ich der Region erhalten und auch wenn Sie explizit nicht danach fragen: Ich werde diese wunderschöne Region in vollen Zügen genießen. Mit Vergnügen auch immer wieder einmal  auf dem Motorrad. Vielleicht werde ich auch noch meine Sprachkenntnisse vertiefen. Aber um auf Ihre Frage zurückzukommen: Ich habe durchaus vor, mich auch weiterhin für die hiesige Wirtschaft zu engagieren.

Einige kleine Engagements habe ich schon zugesagt. Ich gehe das aber nicht so planerisch an, wie in meiner aktiven Zeit bei Duravit. Auf einen Kaminabend mit Ihnen würde mich jedenfalls sehr freuen.

 

Alois Fleig:

 

Herr Kook ich bedanke mich sehr für dieses Gespräch, wünsche Ihnen erst einmal Alles Gute beim Genießen unserer wunderschönen Region und freue mich, Sie noch oft  zu treffen ! Ein Kaminabend mit Mittelständlern und mit Ihnen steht ganz oben auf meinem Programm für  2012!

 

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IM DIALOG:

Professor Karl-Heinz Meisel, Rektor der Hochschule -Karlsruhe

 

zu:

Forschung trifft Mittelstand, Forschungszentrum für KMU an der HS-KA geplant

 

Alois Fleig, mifobaden und BVMW :

Herr Professor Meisel, dass die Meldung: HS-KA plant Forschungszentrum für KMU bei einem Vertreter der KMU´s  Freude und Erwartungen um nicht zu sagen Begeisterung auslöst, wird Sie kaum überraschen. Was ist der Hintergrund, wie kam es dazu?

Professor Karl-Heinz Meisel,

Zündpunkt dafür  war der Innovationsrat der Landesregierung, wo einmal mehr festgestellt wurde, dass größere  Mittelständler die Möglichkeiten von Forschungs-kooperationen schon recht gut nutzen, für viele KMU`s  besonders die K´s  die Hürden noch zu hoch sind, bzw. zu hoch erscheinen. Die Idee Bussiness on Campus , wie sie in anderen Ländern z.B. Finnland erfolgreich praktiziert , sorgt durch die  räumliche Nähe, auch die Distanz zwischen Unternehmen und Forschung zu überbrücken.. Nach der spontanen Zustimmung des Forschungsministers und nachdem mit der Steinbeiss-Stiftung  ein gleich mehrfach kompetenter Investor, und am Rande des Campus zwei mögliche Orte gefunden, stehen die Zeichen auf Start .Im Moment stehen Alle hinter dem Projekt, einschließlich Stadt und Finanzministerium  ...nur eine in der Artenschutz-Prüfung  auftauchende  schutzwürdige Käferart  könnte dieses nicht nur in BW einmalige Projekt aufhalten. Neben einigen Räumen für die Hochschule und für die , Steinbeis-Stiftung , die das Zentrum in einer gemeinsamen Gesellschaft , sollen primär KMU´s  die  Räume ?  angeboten werden um dort F&E- Mitarbeiter anzusiedeln, die in engem Kontakt mit der HS dort arbeiten.

Alois Fleig:.

Sicher dürfte es relativ einfach sein ,einen großen Mittelständler auf den Campus zu holen, bei den echten KMU´s  aber mit vielleicht gerade mal 20 , 50 Mitarbeitern  könnte es schwieriger sein die räumliche Nähe zur Forschung zu verkaufen. Wie wollen Sie die Hürden niedrig halten und Mittelständler auf den Campus holen?

Prof. Meisel:

Die Hürden wollen wir  niedrig  halten u. A. durch  ein klein-teiliges und preisgünstiges Raumangebot; so soll es möglich sein mit einem 20 m Büro zu starten. Außerdem erhoffen wir uns von den Steinbeis-Transferzentren, die auch dort sein werden eine gewisse ?Scharnierwirkung?. Einen nicht zu unterschätzenden Nebeneffekt für die Unternehmen sehen wir darin, dass sie durch ihre Präsenz neben der Nähe zur Forschung ideale Kontaktmöglichkeit  mit den  zukünftigen Fach- und Führungskräfte gewinnen. Natürlich setzen wir auch darauf  dass Organisationen und Netzwerke wie Sie uns dabei unterstützen, dieses Angebot an die Unternehmen herantragen.

Alois Fleig:

Als Beobachter der Szene, könnte man mitunter den Eindruck bekommen, dass der Forschungsstandort Karlsruhe mit drei Buchstaben beschrieben ist und das KIT alles andere ?überstrahlt?.

Prof. Meisel:

Das mag vielleicht der mediale Eindruck sein, in Wirklichkeit sind wir ebenso wie z.B. auch Fraunhofer im regionalen Konzert gut präsent und sind auch mit dem KIT in bester Verbindung. Gerade was aber die  Zusammenarbeit mit dem Mittelstand anbetrifft sind wir  schon von unserer Struktur her näher dran, da wir ja keine Grundlagenforschung  sondern angewandte Forschung betreiben.

A.F.

Das  ?KMU- Institut? ist ein spannendes Zukunftsprojekt, wenn auch schon sehr nahe und greifbar, werden Sie aber  sicher nicht darauf warten. Wie könnte man, besser wie könnten wir heute schon die Zusammenarbeit mit den  KMU´s  noch verbessern.

Prof. Meisel:

Aber ganz bestimmt werden wir nicht abwarten; wie Sie  aus eigener Erfahrung wissen, sind wir in Sachen Technologie-Transfer ja auch  jetzt schon gut unterwegs. So haben wir auch u. a. mit der Steinbeis-FOCOS-Transfer-GmbH, als gemeinsames Unternehmen eine neue Struktur geschaffen und damit die Weichen für die verstärkte Zusammenarbeit gestellt. Ihr Vorschlag mit einem ?Werkstattbesuch Forschung? Mittel-ständler mit Forschern im konkreten Arbeitsfeld zusammen zu bringen, gefällt mir sehr gut und passt genau in diese Zielrichtung. Im Bereich Maschinenbau, Mechatronik bin ich sicher , dass Sie eine breite Akzeptanz finden werden, zumal Sie ja mit den Kollegen Haas, Neff und Walter ja schon in guter Verbindung sind.

Alois Fleig:

Herr Professor  Meisel ich bedanke mich ganz herzlich für dieses Gespräch. Gerne nehme ich daraus mit, als ?Scout? Unternehmer auf die Möglichkeiten und die Bereitschaft Ihres Hauses aufmerksam zu machen und freue mich auf weiterhin fruchtbare Zusammenarbeit!

(C) Alois Fleig Ettlingen/Karlsruhe Oktober 2011

WWW.HS-Karlsruhe.de  

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S21- Wo bleibt Lernfähigkeit?

Die Meldung:

Ablehnung aktualisierter Stellungnahme zum Kombi-Bahnhof ist unakzeptabel

ICE (Foto: dpa)

Die Meldung aus dem Staatsministerium:

01.09.2011?Es ist bedauerlich, dass sich die Projektpartner nicht in der Lage gesehen haben, unserer Bitte nachzukommen, bis Ende August eine aktuelle Stellungnahme zum Vorschlag einer Kombinationslösung von Herrn Geißler abzugeben. Insbesondere, da die sma die vorgebrachten Nachteile der Kombinationslösung in ihrem ?Faktencheck? schlüssig widerlegt hat?, sagten die Ministerin im Staatsministerium Silke Krebs und Verkehrsminister Winfried Hermann  heute in Stuttgart. Die Kompetenz der Verkehrsberatungsfirma sma sei bis dato unter den Projektpartnern nie in Frage gestellt worden. ?Warum die ausführliche Auseinandersetzung der sma mit der aus dem Ärmel geschüttelten Kritik der Projektpartner nicht Anlass genug dafür ist, eine fundierte Stellungnahme erwarten zu können, ist nicht nachvollziehbar.?

Die Schlichtung sei ein Prozess gewesen, auf den sich alle eingelassen haben. ?Vor diesem Hintergrund ist es sehr befremdlich, dass nun ein Kompromissvorschlag des Schlichters, der durch eines der renommiertesten Unternehmen vorgelegt wird, nicht profund von den Projektpartnern geprüft wird?, erklärten Krebs und Hermann. Angesichts der noch immer anhaltenden Proteste gegen Stuttgart 21 und der vielen ungeklärten Finanzierungsfragen wäre es das Mindeste, sich ernsthaft und argumentativ mit der Kombinationslösung auseinander zu setzen. Minister Hermann: ?Der Kombinationsvorschlag wäre gegenüber Stuttgart 21 finanziell und unter Verkehrsgesichtspunkten günstiger. Die Kosten würden deutlich unter der Obergrenze von 4,5 Milliarden Euro bleiben, die sich die grün-rote Koalition für S 21 gesetzt hat.?

Mit Blick auf die Brisanz dieser Frage und das Spaltungspotential, das sie für die Gesellschaft habe, werde ein schlichter Verweis darauf, dass man etwas Ähnliches bereits vor Jahren abgelehnt habe, der Sache nicht gerecht, fuhr Ministerin Krebs fort. Offensichtlich sei die Auffassung weiterhin stark verbreitet, mit einem Federstrich Dinge einfach aus der öffentlichen Diskussion verbannen zu können. Krebs und Hermann: ?Das ist genau der Stil, der bei den Bürgerinnen und Bürgern bitter aufstößt und der noch mal unterstreicht: Die geplante Volksabstimmung ist genau der richtige Weg, über S 21 zu entscheiden.?

Quelle: <cite>Staatsministerium Baden-Württemberg</cite>

Die Meinung: Wie sehen Sie es?

Wenn man als 68 jähriger mit dem Argument kommt "Das haben wir vor 10 Jahren schon mal probiert,.....verworfen,....." , dann wird man als " alter S., nicht mehr lernfähig ...."  -nicht ganz zu Unrecht- kategorisiert!  In meiner Tätigkeit als Innovationsberater konnte ich anhand  ähnlicher Zitate treffgenau sogenannte "Innovationskiller" identifizieren und aus dem Team "ausladen".

Doch ganz im Ernst, man muss kein Stuttgart 21 -Gegner sein, man kann es aber  hierbei leicht werden! Wenn man sich bei der Präsentation des Stresstestes ansieht, wie die Befürworter an den Lippen des Schweizer Gutachters SMA buchstäblich klebten, ob er nicht vielleicht doch  das Prädikat etwas anders nuanciert haben könnte, seine Kompetenz mit keiner Silbe in Frage stellten.

Wenn dann der gleiche Experte ein halbe Stunde später den Kompromissvorschlag "Kombibahnhof" als die optimale Lösung vorschlägt, wird dieser Vorschlag vom Tisch gefegt, ohne Diskussion...wohl auch ohne einmal Nachzudenken!

Dieser Vorschlag ist  ja laut Gutachter Stohler, die Standardlösung für Großstädte und in Madrid, Oslo und weiteren Hauptstädten erfolgreich realisiert; für den "Nabel der Welt"  Stuttgart kommt so eine Lösung nicht in Frage.

Kann es sein, dass Einige Politiker und Bahnbosse doch noch nichts dazugelernt haben? Dass nicht mehr alles so läuft wie vor 10 Jahren!

Wie sehen Sie es? 

(C)  Alois Fleig Sept. 2011

Basel III macht Mittelstandskredite teurer und kostet Wachstum

Ohoven: Risikogewichte für Kredite an den Mittelstand senken

Berlin ? Vor den negativen Auswirkungen des neuen Bankenregelwerks Basel III auf den Mittelstand hat der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven, gewarnt. ?In seiner jetzigen Form macht Basel III Bankkredite an Klein- und Mittelbetriebe knapper und teurer. Viele Unternehmen müssten auf Investitionen verzichten. Das hemmt den Mittelstand und kostet letztlich Wachstum?, so Ohoven bei der Vorstellung einer vom BVMW in Auftrag gegebenen wissenschaftlichen Studie zu Basel III.

 

Darin kommen die Autoren Dr. Tobias Berg und Dr. Martin Uzik zu dem Ergebnis, dass die Risikogewichte, die über die Höhe der Bankensicherheiten entscheiden, für Mittelstands-kredite schon heute höher sind als das tatsächliche Risiko. Die neuen Bankenregeln führen der wissenschaftlichen Projektion zufolge zu einer Verknappung und Verteuerung dieser Kredite um 54 Basispunkte. Damit nimmt die wirtschaftliche Gesamtleistung im Mittelstand bis 2019 um bis zu zwei Prozent ab.

 

Vor diesem Hintergrund hat der europäische Mittelstandspräsident die Politik in Berlin und Brüssel zum Eingreifen aufgefordert. ?Bei Basel III tickt eine Zeitbombe durch falsche Risikogewichtung.? Ohoven schlug vor, die Risikogewichte für Mittelstandskredite zu senken. Das Vorhaben der EU-Kommission, bis 2012 eine Überprüfung dieses Vorschlags vorzunehmen, sei zumindest ein Signal in die richtige Richtung.

Ohoven appellierte zugleich an den Deutschen Bundestag, dem Europäischen Stabilisierungsmechanismus in der geplanten Form die Zustimmung zu verweigern. ?Eine gemeinschaftliche und zeitlich nicht begrenzte Haftungsoption für neue Schulden anderer Länder lehnen wir ab.? Ebenso dürfe es am Parlament vorbei keine Generalvollmacht für den Euro-Rettungsfonds EFSF geben, betonte Mittelstandspräsident Ohoven.

Soweit die Meinung des Mittelstandsverbandes BVMW...    ...und hier die Einschätzung aus Bankensicht:

von Hubert Meier, Mitglied des Vorstandes der Volksbank Karlsruhe:

"Für eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung ist eine stabile Bankenlandschaft mit einer soliden Eigenkapitalausstattung sicherlich unverzichtbar. Das als "Basel III" geschaffenen Regelwerk  schießt jedoch über das Ziel hinaus, da keine Unterschiede zwischen großen "systemrelevanten" Banken und kleineren Regionalinstituten wie Volksbanken und Sparkassen gemacht werden. Gerade die Regionalbanken, die in der zurückliegenden Finanzkrise aufgrund ihres ausgewogenen Geschäftsmodells für die entscheidende Stabilität in Deutschland gesorgt und die Kreditversorgung des Mittelstandes sichergestellt haben , werden nun mit weiteren Kosten durch erhöhte Eigenkapitalbindung und Bürokratieaufbau belastet."

Und Ihre Meinung als Unternehmer?

an: alois.fleig@t-online.de

Heute im  DIALOG:  

Tim Lagerpusch, Unternehmer und  Projektleiter des   CIE-KIT  Center of Innovation  & Entrepreneurship

 

Alois Fleig: 

Herr Lagerpusch wir treffen uns hier am CUBUS mitten auf dem CAMPUS (Süd) an  einer etwas atypischen Instituts-Location, gleichzeitig  auch der Austragungsort des inzwischen schon fast Institution gewordenen CIE - KIT?Gründergrill-Treffs. Ist CIE-KIT ein KIT-Institut? Wie ist Ihre Stellung zum KIT? Was  will CIE-KIT

Tim Lagerpusch: Herzlich willkommen, Herr Fleig, schön, dass Sie als  Vertreter der Mittelständler auf uns zugegangen sind; schön, dass Sie auch schon beim Gründer-Grillen wiederholt dabei waren. CIE-KIT ist kein Institut, sondern eine vom BMWI geförderte Initiative. Unser Ziel ist einfach mehr erfolgreiche Unternehmen aus dem Hochschulbereich zu generieren. Dabei sind wir an der Fakultät für Wirtschafts-wissenschaften und dem Institut für Entrepreneurship lose angegliedert, .

Alois Fleig: Bedeutet das, Ihr Focus ist auf das KIT ausgerichtet und vielleicht ein wenig elitär ?

Tim Lagerpusch: Nein das auf gar keinen Fall, natürlich steht das enorme Potential innerhalb des KIT im Vordergrund, grundsätzlich sind wir aber offen z.B. auch für Studenten der HS-KA und DHBW, aber auch für unternehmerische Ideen aus der Region. Deswegen gibt es auch keine Präferenz für typische Spin-off- Gründungen oder einen Branchenfocus wie anderswo.

Alois Fleig: Wie funktioniert Ihr Projekt; im Vergleich zu anderen Initiativen?

Tim Lagerpusch: Unser Prinzip ist so einfach wie anspruchsvoll zugleich: Unternehmerische Ideen werden aufgenommen, vorgestellt und durch Beratung unterstützt. Gleichzeitig unterstützen sich die Ideenträger unterschiedlicher Entwicklungsstadien  auch gegenseitig durch Erfahrungsaustausch bis hin zum Zusammengehen und  gemeinsamen Gründung.Von Vorteil ist sicher, dass es  keine starren Vereinsstrukturen gibt, So geht es auch primär darum, eine noch so unfertige Idee gemeinsam mit zu entwickeln und mehr im Hintergrund  die Projektentwicklung zu betreiben. Neu um nicht zu sagen fast etwas revolutionär der Ansatz, dass erst einmal kein Geld, Beiträge fließen, sondern die Projekte erst einmal Unterstützung bekommen mit der Absprache, später im unternehmerischen Erfolgsfall dies dann mit der Unterstützung jüngerer Kollegen zurückzubezahlen. Wenn Sie so wollen ein Stück genossenschaftliche Denke dahinter; Auch geht es uns weniger darum alle möglichen Förderprogramme aufzustöbern. Primäres Ziel bei uns ,das Geschäft in Gang zu bringen sprich, für den Gründer Kunden zu gewinnen!

Alois Fleig: Wo und wie könnte das Projekt von Mittelständlern profitieren?

Tim Lagerpusch: Da gibt es mehrere Möglichkeiten, schon allein das Gespräch, der Kontakt und Erfahrungsaustausch von Jungunter- nehmern mit etablierten Unternehmern ist ein Gewinn für beide Seiten, meine ich. Wenn auf diesem Weg dann ein Projekt einen Investor oder einen Gründungspartner gefunden wird, ist das natürlich der Idealfall!

Alois Fleig:  Wie könnte ein Mittelständler von diesem Projekt profitieren?

Tim Lagerpusch: Auch hier gibt es mehr als eine Möglichkeit; Junge Talente aus den verschiedensten Bereichen kennen zu lernen ist unter dem Aspekt des Fachkräfte-mangels eine tolle Sache, wenn daraus sich eine Patenschaft oder ein ?Joint venture?entwickelt, ist doch in jedem Falle ein Gewinn; ob der Gründer seine Idee dann selbständig oder gemeinsam weiterverfolgt oder in das Unternehmen einbringt

Alois Fleig: Das sieht doch echt nach ?win-win? aus! Lassen Sie uns das angehen; abgemacht beim nächsten Gründergrillen bringe ich mindestens einen Mittelständler mit, Sie sind bei jedem Mittelstands-Forum herzlich willkommen mit Ihren jungen Kollegen. Und damit es nicht beim unverbindlichen ?Man sieht sich?  bleibt, lassen Sie uns eines Ihrer Projekte mit einem meiner Mittelständler gezielt aber zwanglos zusammen bringen. Frei nach dem Motto: ?Es gibt nichts Gutes, es sei denn man tut es.

Herr Lagerpusch, herzlichen Dank für dieses Gespräch! Ich freue mich auf unser ?Joint venture? !

WWW.CIE-KIT.de


© Alois Fleig  August 2011

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Mittelstand fordert Abschaffung des

Solidaritätszuschlags   

 

Berlin ? Zum Urteil des Bundesfinanzgerichtes, das den Solidaritätszuschlag als verfassungsmäßig anerkannte, erklärt der Präsident des BVMW und des europäischen Mittelstandsdachverbands (CEA-PME), Mario Ohoven: ?Die Frage des Solidaritätszuschlag ist keine juristische, sondern vielmehr eine ökonomische. Diese muss und kann einzig von der Politik entschieden werden.?

 

Eingeführt wurde der Solidaritätszuschlag ursprünglich 1991 als Ergänzungsabgabe und diente dazu, die Kosten der Wiedervereinigung zu finanzieren. Heute nimmt der Bund durch diese Abgabe jährlich rund zwölf Milliarden Euro ein, die keinerlei Zweckbindung unterliegen. ?Wir setzen uns als BVMW für die Abschaffung des Solidaritätszuschlages ein, denn dieser ist mittlerweile zu einer Dauerabgabe mutiert und belastet vor allem die Einkommen des Mittelstands. Wohin die vom Bund eingenommenen Mittel rund 20 Jahre nach der Wiedervereinigung wirklich fließen, ist nicht nachvollziehbar. Diesem Anachronismus muss endlich ein Ende gesetzt werden?, so Ohoven weiter. 

 

Anmerkung der Redaktion: 

"Gut gebrüllt Löwe ! " , doch wie etwas erreichen, wenn in Berlin Sommerpause herrscht und wenn die Kanzlerin in Bayreuth Wagners Sphärenklängen lauscht , dürfte sie solches allenfalls als störendes Geräusch empfinden? Wäre das nicht ein Thema für die gelben "Steuerspar-Spezialisten"?  Vielleicht gelingt es uns deren badischen Volksvertreter für eine Stellungnahme zu gewinnen. wir werden es versuchen und hier dann berichten. 

Was ist Ihr Aufreger der Woche? 

 

 

 

Ohoven: Kein erneuter Kniefall vor den Energieriesen!

Mittelstand legt Konzept zur Energieversorgung vor

Berlin ? Als ?erneuten Kniefall vor den Energieriesen? hat Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Pläne der Bundesregierung kritisiert, dem Energieoligopol die Atomsteuer zu erlassen. ?Anstatt die Vormacht der Konzerne zu zementieren, muss Schwarz-Gelb angesichts massiver Strompreissteigerungen endlich für Wettbewerb auf dem Energiemarkt sorgen?, betonte Ohoven bei einem Parlamentarischen Frühstück des Verbandes vor rund 60 Abgeordneten des Deutschen Bundestags.

Dabei stellte er ihnen das Konzept des BVMW für eine dezentrale Energieversorgung vor. Als Ziele aus Sicht der Wirtschaft nannte Ohoven Bezahlbarkeit, Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit. ?Betriebe und Bürger leiden unter hohen Energiekosten. Die Stromkosten sind in wenigen Jahren um über 40 Prozent gestiegen?, so der Mittelstandspräsident. Zehn Prozent der Gesamtkosten eines Betriebs entfallen heute auf Energie.

?Auch wir wollen die Energiewende ? aber richtig?, erklärte Ohoven. An die Stelle von Großanlagen in der Hand weniger Anbieter müsse eine lokale und regionale Stromerzeugung treten. Es müsse das Prinzip gelten ?so dezentral wie möglich, so zentral wie nötig.? Damit sei eine Reihe von Vorteilen für Betriebe und Bürger verbunden:

  • Die Akzeptanz beim Bürger wächst, wenn Energie verbrauchernah erzeugt und gespeichert wird.
  • Es müssen weniger Stromleitungen quer durch Deutschland gebaut werden, um Nordsee-Strom in den Süden zu transportieren. Das wirkt sich auf den Preis aus, da die Netzentgelte schon heute rund ein Viertel des Strompreises für Gewerbekunden ausmachen.
  • Die Effizienz steigt durch Kraft-Wärme-Kopplung, die am besten dezentral funktioniert.
  • Der Mittelstand vor Ort profitiert von Bau und Wartung der Anlagen.

Ohoven forderte die Bundestagsabgeordneten auf, sich bei der Beratung über die zukünftige Energieversorgung unseres Landes weder von der Bundesregierung unter Zeitdruck setzen zu lassen noch den Energiekonzernen auf den Leim zu gehen. ?Zentralität und Erneuerbare Energien passen nicht zusammen.? Die Zukunft gehöre einer dezentralen Energieerzeugung und -speicherung auf Basis der Erneuerbaren Energien.

 

Liebe Mittelstandskollegen,

soweit zum hochaktuellen Thema ENERGIE  hier die Meinung des  BVMW aus Berliner Sicht zur Diskussion gestellt. Wichtig aber vor Allem ist Ihre Meinung aus der Sicht Ihres Unternehmens. Lassen Sie es mich und Ihre Kolleg(inn)en wissen,

- Was ist Ihre Einschätzung? Sehen Sie es ähnlich oder ?

- Wie sehen Sie die Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft,auf Ihr Unternehmen

- Was planen Sie konkret in dieser Richtung? BHKW? Solar?

-  Was hat Ihr Unternehmen anderen Unternehmen anzubieten in Sachen Energieeffizienz, Alternative Energien, Bezugskonditionen?

- Was halten Sie von Energiegenossenschaften?

Auch beim Thema Energie gilt ganz besonders: Gemeinsam mehr erreichen! 

Ich freue mich auf Ihre Meinung, Ihre  Vorschläge , Ihre Angebote M2M!! 

Alois Fleig ,Ettlingen   Kontakt: alois.fleig@t-online.de

 

 

 

Gastkommentar von Alexander Niemetz

ATOMGAU IN JAPAN  -  DER POLITISCHE TSUNAMI IN DEUTSCHLAND  

10 000 Kilometer liegen zwischen Fukushima und Berlin ? Zeitenwende nannte man den 

Atomgau in Japan auch in der deutschen Politik. Das Ergebnis dieser Wende kommt einem politischen Tsunami gleich. Nie zuvor wurden in solch dramatischem Tempo Kernthemen von 

Parteien über Bord geworfen; nie zuvor ist die politische Landschaft dramatischer umgepflügt 

worden; Aufstieg und Abstieg, so heißt es, sind aufs engste mit dem Namen Fukushima verbunden. Aber auch nirgendwo wurde so hysterisch, so emotional, aber auch so wenig glaubwürdig auf die Katastrophe in Japan reagiert, wie eben in Deutschland. Der Über- bietungswettbewerb der Parteien in puncto Atomausstieg, die politischen Volten von Union und FDP,  aber auch der rechthaberische Gestus der Grünen und der SPD, haben etwas Bizzarres. Das Reiten auf emotionalen Wellen wird zum Ersatz für vernunftgesteuerte Politik. 

Zu den Fakten: Baden-Württembergs Wähler haben  dass politische Koordinatensystem im schwarzen Ländle auf den Kopf gestellt. Die Grünen stellen künftig mit nicht einmal 25 Prozent den ersten grünen Ministerpräsidenten der Republik, in Koalition mit den schwind- süchtigen Genossen, die das schlechteste Ergebnis aller Zeiten einfuhren. Das alles in einem Land, das in fast allen Werten, Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Bildung, Forschung und Innovation an der Spitze steht. 

Die CDU hatte keinen Amtsbonus, keinen Erfolgsbonus, keinen Glaubwürdigkeitsbonus und somit  keine Chance, ihre Bastion zu verteidigen. Aber mal ehrlich: Ein knappes Kopf an Kopf-Rennen wurde doch schon vor Fukushima prognostiziert. Die Atompolitik, genauer die schwarz-gelbe Laufzeitverlängerung für deutsche Atommeiler hat Spuren hinterlassen, das Handling von Stuttgart 21 ebenso; aber entscheidend war doch eben auch, dass das Ministerpräsident Mappus, der Polarisierer, der Franz Josef Strauss Verschnitt, auch die schwarzen Herzen im Ländle nicht gerade begeistert hat. Speerspitze bei der Laufzeitverlängerung, Hardliner bei Stuttgart 21, EnBeWe-Hasardeur ? Mappus hat sein Volk nicht mitgenommen und ist auch dafür abgestraft worden. Und sein Koalitionspartner FDP ist natürlich über den Westerwelle/Homburger Effekt aus Berlin gestolpert, genauso wie über wenig überzeugendes Personal in Stuttgart. Wenn die Eckpfeiler derart morsch sind, halten sie auch keinem Tsunami stand. Das Wahlergebnis in Rheinland-Pfalz ist der parteipolitisch konträre Beweis dafür: Die Festung Beck (minus 10 Prozent) wurde aus landespolitischen Gründen fast sturmreif geschossen. Der grüne Tsunami-Effekt, rettet ihm den Kopf in diesem Kopf an Kopfrennen mit der gestärkten CDU. Die Atompolitik der Regierung in Berlin hat den Machtwechsel nach zwanzig Jahren verhindert; Schwarz und Grün in Mainz ist vorerst  noch ausgeschlossen.  

Und noch ein Fakt: Der Triumph der Grünen im Südwesten hat zwei Paten, den janusköpfigen  Kretschmann, grün und konservativ, und natürlich  Fukushima. Eine These sei gewagt ? mit Frau Roth oder Herrn Trittin an der Spitze der Grünen in Stuttgart und das Ländle wäre schwarz geblieben. Was ich damit sagen will: Auch der Glaubwürdigkeit der Grünen täte etwas weniger Triumph-Geheul und etwas mehr Ehrlichkeit gut. Ja, sie sind die Anti-Atom- Partei, das Original - aber Fukushima hat in der hysterischen Aufwallung in Deutschland selbst grüne Positionen hinweggefegt. Auch im  rot-grünen Ausstiegsszenario wäre vor Fukushima kein einziger deutscher Atommeiler vom Netz gegangen ? wir alle hätten mit dem rot-grünen Restrisiko noch ein Jahrzehnt leben müssen. Mehr noch: Rot-grün hat im Atomkompromiss mit der Industrie auf zusätzliche sicherheitstechnische Aufrüstung verzichtet ? auch das gehört zur Wahrheit; rot-grün hat darüber hinaus in Sachen Endlager keinen Millimeter Boden gutgemacht ? Stillstand ist keine Politik.  Und schließlich: Die Grünen haben fast alles, was an Infrastruktur- maßnahmen in puncto Erneuerbare Energien auf die politische Tagesordnung gehört ? Stromnetze, Pumpspeicherwerke  - mit Protesten verzögert, verhindert. Das ist Doppelmoral pur. Wer aus Atom raus will, der darf sich nicht auf Atomstrom aus dem Ausland oder Pumpspeicherwerke in Norwegen verlassen, der muss seinem Wahlvolk auch was zumuten. Wohlfühl-Parolen bedienen die Gemütslage des deutschen Wählers; zur Wahrheit gehört aber auch, dass es teuer wird, dass Verzicht auf Wachstum und damit ein Stückchen Wohlstand wohl auch zum grünen Umbau der Republik gehört. Die Energiewende gibt es nicht zum Nulltarif, weder politisch, noch ökonomisch, noch gesellschaftlich.  Die Erfolge der Grünen im Südwesten, waren eben auch die Erfolge von politischen Heuchlern.  Und noch ein Fakt: Der Triumph der Grünen im Südwesten hat zwei Paten, den janusköpfigen  Kretschmann, grün und konservativ, und natürlich  Fukushima. Eine These sei gewagt ? mit Frau Roth oder Herrn Trittin an der Spitze der Grünen in Stuttgart und das Ländle wäre schwarz geblieben. Was ich damit sagen will: Auch der Glaub- würdigkeit der Grünen täte etwas weniger Triumph-Geheul und etwas mehr Ehrlichkeit gut. Ja, sie sind die Anti-Atom- Partei, das Original - aber Fukushima hat in der hysterischen Aufwallung in Deutschland selbst grüne Positionen hinweggefegt. Auch im  rot-grünen Ausstiegsszenario wäre vor Fukushima kein einziger deutscher Atommeiler vom Netz gegangen ? wir alle hätten mit dem rot-grünen Restrisiko noch ein Jahrzehnt leben müssen. Mehr noch: Rot-grün hat im Atomkompromiss mit der Industrie auf zusätzliche sicherheits- technische Aufrüstung verzichtet ? auch das gehört zur Wahrheit; rot-grün hat darüber hinaus in Sachen Endlager keinen Millimeter Boden gutgemacht ? Stillstand ist keine Politik.  

Und schließlich: Die Grünen haben fast alles, was an Infrastrukturmaßnahmen in puncto Erneuerbare Energien auf die politische Tagesordnung gehört ? Stromnetze, Pumpspeicherwerke  - mit Protesten verzögert, verhindert. Das ist Doppelmoral pur. Wer aus Atom raus will, der darf sich nicht auf Atomstrom aus dem Ausland oder Pumpspeicherwerke 

Moratorium muss, wenn es glaubwürdig sein soll, ein Moratorium bleiben ? Ende, Ergebnisse 

offen. Schüsse aus der Hüfte, ob von Ministerpräsidenten, ob von Regierungsmitgliedern, 

oder Vorsitzenden und Generalsekretären von Parteien, zerstören Glaubwürdigkeit. Und wir 

brauchen eine neue Kultur der Ehrlichkeit in allen Parteien, wenn es um die künftige Energiepolitik geht ? die Kultur der Stammtische hatten wir schon zu lange. Für mich ist klar:Wer diesen Wettlauf gewinnt, gewinnt auch künftige Wahlen. Zum Schluss: Der politische Tsunami hat den Südwesten umgepflügt, aber auch die Koordinaten der Politik in Berlin verschoben. Schwarz-Gelb scheitert nicht an der Atomfrage und der künftigen Energiepolitik, nein, sie scheitert an der Schwindsucht der FDP ? und diese hat viele Ursachen, nicht nur ihren Vorsitzenden Westerwelle. Die FDP muss sich neu erfinden, wenn diese Koalition eine Überlebenschance haben will, jenseits des Verfallsdatums der Legislaturperiode. Der schnelle Austausch von Führungspersonal reicht da mitnichten. 

Die Partei hat Glaubwürdigkeit verloren, wegen ihres Personals ? personifiziert in ihrem Vorsitzenden ? und wegen ihrer Einbahnstraßenpoilitik. Das ist eine tödliche Mischung. 

 Aber auch Grün wird sich nach dem Fukushima-Höhenrausch wieder auf dem Boden der Tatsachen finden. Auch die Grünen werden sich neu erfinden müssen, als Multithemen-Partei, als Partei, die Antworten liefert, die nicht nur eindimensional sind. Baden-Württemberg ist für sie eine Chance, der Realitätstest. Verlieren sie ihn, werden sie  sich schneller als vermutet dort wieder finden, wo die FDP heute ist, am Abgrund und in der babylonischen Koalitions- Gefangenschaft mit den Sozialdemokraten. 

So ist es: Nach Fukushima und Tsunami  ist nichts mehr, wie es einmal war. 

April 2011 

Alexander Niemetz   

 

Frank Straub

MITTELSTANDS - DIALOG

Alois Fleig, BVMW Kreisgeschäftsführer und www. Mittelstands-forum-baden.de

Im Dezember 2010 mit 

Frank Straub

Vorsitzender des Verwaltungsrates BLANCO u. BLANCO CS, Oberderdingen

Vorstand CRT Deutschland ( CAUX ROUND TABLE)

 

A.F::

Herr Straub Wer die Region und den Mittelstand auch nur ein wenig kennt, weiß, dass  Wirtschaftsethik nicht erst seit heute für Sie ein Thema ist. Kann man es auch so sehen, dass dies aber in der Vergangenheit von vielen als eine , mild belächelte Sache von ?Gutmenschen? angesehen wurde. Dass aber nach der eklatanten Missachtung  in der Finanzkrise dieses Thema gegenwärtig eine unerwartete Aktualität, zumindest verbal und in den PR Abteilungen und Medien gewonnen hat. Wie sehen sie dies? Hat die sogenannte Krise somit auch eine positive Nebenwirkung bewirkt?

F.S. 

Ja ich glaube das kann man so sehen, dass neben dem Begriff der Wirtschaftsethik eine ganze Reihe von Tugenden wie unter anderem auch der ?ehrbare Kaufmann? in Vergessenheit geraten bzw. mild belächelt wurden. Ein deutlicher  Indikator dafür, dass aber das Thema Werte wieder an Bedeutung gewonnen hat, kann ich auch daran festmachen, wie viel häufiger ich dazu in den letzten Monaten als Referent angefragt werde. Wenn dahinter sich nachhaltiges Interesse und ernsthafte Bereitschaft zu Veränderungen stabilisiert, dann hätte die Krise wirklich eine positiver Nebenwirkung.

 

A.F.

Was war , rückblickend auf Ihre aktive 39-jährige  Unternehmerzeit, das Moment , die Antriebsfeder sich diesem Thema zuzuwenden? Gab es eine besondere Erfahrung , eine  Art Schlüsselerlebnis, oder gehört diese Grundeinstellung zu den Dingen, die ein Familienunternehmer  übernimmt? Ist Werteorientiertes Management, eine Merkmal, eine Spezialität  der Familienunternehmen im Unterschied zu  quartalstickenden Dax-Unternehmen?

FS: Wesentlich und grundlegend für meine Ausrichtung war in frühester Jugend  die starke Prägung durch meinen Großvater und Firmengründer Heinrich Blanc. Als ältester Enkel nahm er mich schon mit 10 Jahren mit in seinen Betrieb, wo ich  vieles davon mitbekam, wie ein Betrieb funktionierte . Vor Allem aber beeindruckte und prägte mich die Art wie er mit Mitarbeitern umging; dass er praktisch nicht nur alle Mitarbeiter mit Namen kannte sondern auch die Familien und Familienschicksale dahinter kannte und auch bei Notsituationen  helfend zur Stelle war.

Von einer Art Schlüsselerlebnis ist das zweite Moment, mein erste Teilnahme am jährlichen  Treffen des Caux Roundtable  1994 im schweizerischen Luftkurort Caux, das oberhalt des Genfer Sees liegt. Dort war ich sehr stark beeindruckt von den Unternehmerpersönlichkeiten, Managern von Unternehmen mit Weltgeltung wie, die  höchsten wirtschaftlichen Erfolg mit hohen Ansprüchen an die Werteorientierung in ihrer Person vereinigten.

Werteorientierung als Spezialität von Familienunternehmen würde ich nicht unbedingt sagen, da es gute Beispiele aber auch Gegenbeispiele gibt; ein Merkmal familiengeführter Unternehmen jedoch ist die generationsübergreifende Kontinuität in der Unternehmenskultur!

A.F.

In einer Ihrer Vorträge bezeichnen Sie ?Werteorientiertes Management als Erfolgsfaktor für mittelständische Unternehmen? , Ethik als Wettbewerbsvorteil? Wie darf man sich das vorstellen, gibt es greifbare Beispiele dafür, dass der ?Anständige? doch nicht der ?Dumme? ist, der im Geschäftsleben das Nachsehen hat im Wettbewerb mit den ?Gerissenen??

F

Dass Ethik und Erfolg sich nicht ausschließen sondern sich wechselseitig bewirken, ist nicht nur meine feste Überzeugung; ich kann das  auch belegen. Schauen sie her. Wenn Sie hier über zwei  Jahrzehnte  die Ergebnisse aufgetragen sehen und bedenken, dass in den letzten 10 Jahren diese sich viel positiver darstellen, obwohl die Zeiten schwieriger waren, dann ist das ein deutlicher Hinweis. Den Zusammenhang sehe ich darin, dass werteorientiertes Management über ein gutes Betriebsklima zusätzliche Motivation generiert, und dies damit Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter freisetzt. Gleichzeitig  wird dadurch das Unternehmen attraktiver als Arbeitgeber und  bekommt so die besseren Mitarbeiter. Wichtigste Voraussetzung für die  ?Erfolgskette? ist, Werteorientierung nicht nur in Leitsätzen niederlegen ( ?ablegen? ) sondern tagtäglich vorleben! Ein Beleg dafür, dass Erfolg und Ethik kein Widersppruch sind sondern sich gegenseitig bedingen ist für mich das Unernehmen Siemens, die nach einer besispillosen Reinugngsprozedur nun das beste Ergebnis aller Zeiten eingefahren hat!

A.F.  Sie widmen sich nach dem Rückzug aus dem operativen Tagesgeschäft nun verstärkt der Thematik , vielleicht besser dem Anliegen u.a. mit Ihrer  Tätigkeit  als Vorstand des Caux Round Table Deutschland e.V. Wie sehen Sie die Zukunft, wird es  eine anhaltende , wertschöpfende Werteorientierung in der Wirtschaft geben?

F.S.

Für meine  Zuversicht in eine positive Entwicklung sehe ich gute Gründe. Zum Einen in der  aktuell wahrzunehmenden Wertschätzung, die die Werteorientierung gegenwärtig erfährt, zum anderen aber auch dass die ?nachwachsende? Unternehmer- und Manager-Generation schon an den Hochschulen und Universitäten dafür sensibilisiert wird. Oder können Sie sich erinnern in der Zeit, in der wir studiert haben, Begriffe wie Werte, Nachhaltigkeit  in einer Vorlesung gehört zu haben! Hinzu kommt für mich, dass ich im CRT, im Gespräch mit erfolgreichen Unternehmerpersönlichkeiten immer wieder Bestätigung finde und ein Wachsen Überzeugung beobachte. Dies ist für mich Antrieb, mich dort weiter zu engagieren und diese Werte orientierte Unternehmensphilosophie voranzutreiben!

 

A.F.

Herr Straub, ich bedanke mich herzlich für diesen wertvollen Dialog! Wie besprochen, möchte ich gerne  diesen Dialog mit Ihnen auch fortsetzen. Ihrem Unternehmen, wie auch Ihrem Engagement für die Zukunft Alles Gute; gerne stellen wir auf dieser Plattform zu gegebener Zeit auch den CRT einmal eingehender  vor!

06.12.2010

Im Dialog: Nicole Munk, GMW Personaldienstleistung

DIALOG M der  Mittel .Stand .Punkt 

 

Nicole Munk, Geschf. Ges. der GMW ,Personaldienstleistung, KA

mit Alois Fleig, BVMW RGF u. Inh. mittelstands-forum-baden.de

Frau Munk,  Seit 1977 ist die GMW Personaldienstleistungen in der Region am Markt,  seit 2000 sind Sie im elterlichen Unternehmen, seit 2003 sind Sie neben Ihrem Vater in der Geschäftsführung, seit ein paar Monaten hier in Ihrem neuen Domizil  an der Südtangente.  Wie sehen Sie Ihr Unternehmen im Markt, in unserer Region? Was sind Ihre Ziele für die nächsten beiden Jahre?

Nicole Munk:                                                                                                    Vielen Dank , lieber Herr Fleig für ihren Besuch und die Gelegenheit, einmal  auf diesem Wege uns den Unternehmerkolleginnen und Kollegen Ihres Unternehmernetzwerkes vorstellen zu dürfen! Mit mehr als 1000 Mitarbeitern, mit  13 Standorten in Baden- Württemberg, 6 davon sind alleine in 2010 neu dazu gekommen, decken wir die Region  zwischen Bühl und Bruchsal und inzwischen auch schon darüber hinaus ab. Unser Ziel ist es auch weiter zu wachsen, so planen wir  in 2012  3 weitere Niederlassungen und bis 2012  an 20 Standorten präsent zu sein. Dabei wollen wir aber nicht nur nach Außen, quantitativ wachsen, wir wollen auch qualitativ eine  positive Vorreiterrolle in der Branche halten und deshalb engagiere ich  mich ganz persönlich als Regionalleiterin Baden in unserem Arbeitgeberverband IGZ, wie auch bei Ihnen im BVMW. Vorreiterrolle auch damit, dass wir als meines Wissens einziges Unternehmen in unserer Branche für jeden Mitarbeiter Zahlungen leisten in eine arbeitgeberfinanzierte Alterversorgung!

Alois Fleig:                                                                                                       Was bewegt Sie im Sinne von, was regt Sie auf, was ärgert Sie als Mittelständlerin, was müsste aus Ihrer Sicht im unternehmerischen Umfeld verändert werden? Wo möchten Sie gerne anpacken?

Nicole Munk                                                                                                     Was mich am meisten aufregt ist der doppelte Druck ,dem wir uns ausgesetzt fühlen. Auf der einen Seite der gnadenlose Preiskampf von Seiten der Auftraggeber, die eben nur und die es kaum bis überhaupt nicht interessiert , ob wir  unsere Mitarbeiter anständig behandeln sprich bezahlen. Auf der anderen Seite das negative Zerrbild unsere Branche in den Medien, das nur an den Schwarzen Schafen der Branche festgemacht wird. Deshalb muss aus unserer Sicht ein gesetzlicher Mindestlohn unbedingt kommen, nicht nur im Hinblick auf die EU-Osterweiterung. Auch für mehr Fairness und Chancen-gleichheit  im Wettbewerb ist dies unbedingt notwendig. Auf der anderen Seite fordern wir von den Medien mehr Fairness und von Verbänden und Organisationen etwas mehr Unterstützung! Deswegen bin gerade auf die Gewerkschaft zugegangen und zu einem sachlichen, echten Dialog aufgefordert. Die Reaktion war hochspannend; man war total überrascht über die frontale Kontaktaufnahme nahm aber das Gesprächsangebot einer Unternehmerin  sehr positiv  auf. So gesehen ist auch dieser unser Dialog ein positives Signal, dem ich eine breite Resonanz wünsche!

Alois Fleig:                                                                                                         Was will die Unternehmerin Nicole Munk  ganz persönlich über das Unternehmen hinaus bewegen, bewirken? Wo engagieren Sie sich als Unternehmen, als Unternehmerin?

Nicole Munk:                                                                                                                          Danke für diese Frage. Mein, unser Engagement lässt sich weniger an einer einzelnen großen Charity-Aktion festmachen, ist vielmehr vielfältiger Natur. So unterstützen wir immer wieder punktuell und aktuell soziale Einrichtungen vom Kindergarten bis zum Seniorenheim, immer mehr auch an unseren verschiedenen Standorten. Wichtig ist mir aber  auch mein persönliches Engagement im Arbeitgeberverband, bei den Wirtschafts-junioren, als Prüferin bei der IHK ebenso wie bei Ihnen im BVMW.( Wenn irgend möglich möchte ich mich in Zukunft noch mehr einbringen, wir haben ja vorhin schon damit angefangen!)

Alois Fleig                                                                                                           Herzlichen Dank, liebe Frau Munk, für diesen Dialog, viel Erfolg für Ihr Unternehmen. Der dynamischen Unternehmerin und aktiven ?Netzwerkerin?  viel Spaß und Erfolg auch dabei. Wir sind stolz Sie bei uns dabei zu haben und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit!

GMW, Personaldienstleistung www.gmw.de

 

 

 

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Im DIALOG: Manfred Hornung Gaggenau

Mittelstand im Dialog

 mit:

 Manfred Hornung, 

Gründer und Inhaber der HO ?TEC Oberflächentechnik GmbH & Co KG       Im Holderwäldele 8     D 76571 Gaggenau   

1985 gegründet mit  dem Bereich spezielle Oberflächen-Beschichtung  steht das Unternehmen inzwischen stabil auf 3 Säulen;   Der Ursprung des Unternehmens, die Beschichtungstechnik wurde stetig weiterentwickelt daneben mit der Entwicklung von Aquaplus  (Anlagen zur Getränke-herstellung) eine zweite Säule aufgebaut, die inzwischen schon bald den halben Umsatz trägt und schon die dritte Säule hervorbringt.

 Alois Fleig:   

Herr Hornung, wenn man Sie,  Ihr Unternehmen nach fast 10  Jahren wieder trifft, so fällt auf, dass Sie nicht nur nach Außen sondern auch ?nach innen expandiert? und eine interessante Entwicklung gemacht haben! 

Wie sehen Sie die aktuelle Entwicklung ( ?Krisenüberwindung?)  in Ihrer Branche, Ihrem Unternehmen?.

Manfred Hornung:

Diese ist sehr uneinheitlich, da sehr unterschiedliche Endkundenbereiche angesprochen werden! Bei unserem eigenen Unternehmen positiv, da die Nachfrage bei unseren Partnern deutlich anzieht. Das Ganze ist aber noch etwas auf unsicheren Beinen! Der Grund dafür  sind meines Erachtens Zweifel über Haltbarkeit des Aufschwungs, zu viele politische Störmanöver . 

Alois Fleig

Stichwort Globalisierung: Sie waren einer der Pioniere vor 10 Jahren mit Ihren Aktivitäten in Osteuropa, mit eigener Fertigung in Ungarn. Wie schätzen Sie heute die Situation für mittelständische Produzenten in Osteuropa, was raten sie Kollegen?

Manfred Hornung:

Die Situation hat sich grundlegend gewandelt; man muss die Tätigkeits-schwerpunkte überdenken und neu festlegen. Entwicklung weg von der ?verlängerten Werkbank? (Stichwort: EU-Gesetze) hin zu Aufbaumärkten mit guten Absatzchancen für z.B. Bau, Umwelt und Arbeitsschutz, Infrastruktur, IT, Anlagenbau etc. Fertigen in Deutschland ?noch besser Teilfertigung/Endmontage oder Vollfertigung in MOE und Belieferung der dortigen MOE Märkte.Der Konsumgütermarkt ist noch sehr schwierig aufgrund fehlender Kaufkraft.

Alois Fleig:

Stichwort Strategie: Ihr Unternehmen steht auf zwei sehr unterschiedlichen Beinen; ?wie gut sind Sie damit gefahren, neben der Oberflächentechnik ein ?zweites Bein? in einem ganz anderen Bereich (Getränketechnik) aufzubauen ? Empfehlen Sie Unternehmer-Kollegen in ähnlicher Struktur ?Mit Vollgas in automotive - Geschäft ? oder??

Der Satz wäre früher ?mit Vollgas ins Glück!? beendet worden, heute eher mit Vollgas ?ins Abseits!? Wir haben bereits 93/94 während der ersten automotiven Strukturkrise - Stichworte: ?Lopez - Erpressungen?, ?Strategiewechsel zu Systemlieferanten?- !angefangen uns aus der automotiven Abhängigkeit zu lösen.Damals 85 % hatten wir Automobilanteil ? heute 15 % inkl. aller Zulieferer. Etwas zu empfehlen ist schwierig, da jede Unternehmenssituation sehr individuell und speziell zu bewerten ist. Generell gilt für mich aber, kein Unternehmen kann wachsen und auf Dauer überleben ohne Diversifikation. Wenn nicht in neue eigene Produkte, dann in andere Branchen mit eigenem Zyklus oder andere Zielgruppen oder Dienstleistungen. Kreativität ist gefragt. Meine Formel lautet:                       Vision + Kreativität = Innovation     Innovation + Strategie (+standing) = Erfolg

 Alois Fleig:       

Lieber Herr Hornung; Danke für diese klare Meinung und Glückwunsch! Zum 25 Jährigen Bestehen  die eigene Tochter in der Geschäftsleitung und den eigenen Sohn ebenfalls im Unternehmen zu haben ist schon ein Erfolg, um den Sie viele Mittelstandskollegen beneiden. Bei einem  Unternehmer der sich selbständig gemacht hat ?..um nicht pensioniert werden zu können? (O-Ton Hornung 1985 ) verbietet sich die Frage nach dem ?Wie  lange ..über die  60 hinaus!?  Eine Frage aber sei zum Abschluss noch gestattet: ?Was gibt es innerhalb oder außerhalb Ihres Unternehmens ,das der Unternehmer Hornung noch bewegen möchte.?

 Manfred Hornung.:

Neben lokalen und regionalen sozialen Engagements ist es mir ein Anliegen, das Prädikat ?Made in Germany? , das immer noch einen guten Klang in der internationalen Wirtschaft hat, hochzuhalten und mit dem ?Label? ?Made in Baden? noch zu verstärken!

 Alois Fleig.

Lieber Herr Hornung, Danke für unseren  heutigen DIALOG;   Ich würde mir sehr wünschen Ihre Unternehmerische Erfahrung auch in Zukunft ?anzapfen? zu dürfen und in eine Unternehmerrunde einzubauen. Viel Erfolg für das Unternehmen Hotec und die Unternehmerfamilie Hornung!

 

Alois Fleig ? für - mifobaden-

Umfrage: Banken drehen Mittelstand Kredithahn zu

 

Berlin. Jeder zweite mittelständische Unternehmer hat mit seinem Kreditinstitut in den letzten zwölf Monaten negative Erfahrungen gemacht. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven, heute vorgestellt hat. ?Mit ihrer restriktiven Kreditpolitik verschärfen die Banken den akuten Liquiditätsmangel der Betriebe noch.? Umso wichtiger sei eine steuerliche Entlastung der Betriebe. Hier stehe die Politik nach wie vor in der Pflicht.

 

Konkret beklagen die rund 1.300 befragten Unternehmer, dass die Banken mehr Sicherheiten für Kredite verlangen (47,3 Prozent), weniger Neukredite anbieten (42 Prozent), die Informationspflichten verschärft (41,5 Prozent) und die Zinsmarge erhöht haben (41,4 Prozent). Das sei ein niederschmetterndes Ergebnis, so Ohoven:?Die Banken wurden vor zwei Jahren gerettet, um die Wirtschaft weiter finanzieren zu können. Im Ergebnis hat die Hälfte der Unternehmen heute massive Finanzierungsprobleme.?

 

Soweit die Meldung!

Was ist Ihre Meinung, Ihre Erfahrungen ?  Lassen Sie diese uns  und Ihren Unternehmerkollegen  wissen!  Wann hat Ihre Kammer oder Wifö Sie als Mittelständler danach gefragt?

Alois Fleig, Ettlingen

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Gastkommentar Wolfgang Clement BM a.D.

Modernes Deutschland  Von Wolfgang Clement BM a.D.


Die Wahl in NRW wirkt deplaziert


Wer fragt, woran es liegt, dass immer mehr Bürger auf Distanz zur Politik gehen und zur Wahlenthaltung neigen, dem liefern die Tage vor der wichtigen nordrhein-westfälischen Landtagswahl die Befunde frei Haus. Sie sind relativ einfach zu entschlüsseln. Da ist zum Ersten die Tatsache, dass das griechische
Drama momentan natürlich alle sonstigen politischen Themen verdrängt.
Jeder spürt, dass hier ein Kräftemessen stattfindet, das für die weitere Zukunft von uns allen in  Europa von größter Bedeutung ist. Aber das Stück scheint weit entfernt von den Bürgern. Es gibt zwar ein Europäisches Parlament, aber keine einzige Institution, die die Staats- und Regierungschefs zwingen könnte, Farbe zu bekennen und gemeinsam zu handeln. Es erweist sich in aller Schärfe, dass es zwar eine Währungsunion, aber keine politische Union mit einwandfreien Verantwortlichkeiten gibt.
Vor heimischem Publikum spielt jeder Regierungschef sein Spiel, jeder und jede hat seinen und ihren Wahrnehmungsraum. Auch die nationalen Parlamente agieren nur am Rande. Das, was die Staatsund Regierungschefs schließlich und endlich miteinander vereinbaren, ist nationalstaatlich kaum wieder
aufzuschnüren. Da regiert die Macht des Faktischen, nicht der nationalen Parlamente. Entsprechend klingen die forschen öffentlichen Forderungen deutscher Akteure an die Adresse Dritter, namentlich der Banken, wohlfeil. Da ist zu viel deutscher Populismus im Spiel und zu wenig europäischer
Realismus. In dieser Szenerie wirkt der nordrhein-westfälische Wahlkampf geradezu deplaziert. Die Parteien erwecken durchweg den Eindruck, sie hätten noch etwas zu verteilen. Der Ministerpräsident geriert sich
als sozialer Denkzettel für die Berliner Politik und suggeriert, da sei noch etwas zu holen. Seine Kontrahentin vertritt Korrekturen der Arbeitsmarktreformen, welche die öffentlichen Ausgaben erheblich erhöhen, aber keinen zusätzlichen Arbeitsplatz schaffen würden. Die Grünen propagieren die Streichung
der Studiengebühren, die Gelben die viel zitierte Steuerreform. Dass aber die gesamten Steuereinnahmen des Bundes gerade noch hinreichen, um Sozialausgaben und Kreditkosten zu finanzieren, während
der Rest fast völlig ?auf Pump? besorgt werden muss, wird verdrängt.
Und in den Ländern sieht?s keinen Deut besser aus. Doch die ?organisierte Unverantwortlichkeit? unseres Föderalismus mit seinen finanzwirtschaftlichen Mischsystemen verstellt den Blick auf den unabweisbaren Zwang zur Konsolidierung aller Haushalte, des Bundes wie der Länder.
Man sieht: Das Gefüge der Europäischen Union wie des deutschen Föderalstaates ist nicht oder nicht mehr stimmig. Hoffen wir deshalb mit Aristoteles, dass die Tragödie zur Katharsis, zur Erneuerung führt. Es ist höchste Zeit ? für die Europäische Währungsunion wie für den deutschen Föderalismus!
Mai 2010

Anmerkung der Redaktion:

Diese Meinung eines Politikers, der NRW-Verhältnisse kennt und gleichzeitig aus einer gewissen Distanz beurteilt, wollte ich Ihnen nicht vorenthalten:

Viel wichtiger jedoch ist Ihre Meinung, Ihre Einschätzung als Unternehmer zu aktuellen Themen hier in der Region oder mit Bezug auf Unternehmen in der Region! "Was regt Sie auf",  oder gerne auch " Wo läuft etwas gut?". Wir und viele Unternehmrkollegen in der Region sind gespannt auf Ihre Meinung!

Alois Fleig, V.i.S. PG.

 

 

 

 

3. Pflimlin-Symposium in Baden-Baden , Wo ist die Leitfigur, Motor für die Metropolregion?

3. Pierre-Pflimlin-Symposium in Baden-Baden, NATO-Gastgeber Baden-Baden und Straßburg wollen zusammenrücken
Baden-Baden, 26.03.10,
Unter den über 200 Teilnehmern waren neben viel Prominz (mehrheitlich aus Baden-Baden) auch der ehemalige französische Minister Daniel Hoeffel und Antoinette Pflimlin, Tochter von Pierre Pflimlin.  Erwin Vetter, Staatsminister Baden-Württemberg a. D.: in seiner Begrüßungsrede sybillinisch «Man darf in der heutigen Zeit die alten Platten nicht immer auflegen, sondern man muss konkret werden.>> Welche Platten er wohl meint ??; zu Rolle des Landes Baden-Württemberg aus seinem eigentlich dazu berufenen Munde kaum etwas zu vernehmen.
Hin und hergerissen zwischen Strasbourg, Stuttgart und Karlsruhe sieht sich Baden-Badens Oberbürgermeister Wolfgang Gerstner, zur Rolle von Baden-Baden  einging. Gerstner sprach die geopolitische Lage von Baden-Baden an, das sich schon immer eher Richtung Strasbourg orientiert, jedoch am Rande des Eurodistrikts PAMINA liegt.

Louis Becker, Präsident des Eurodistrikts PAMINA, Vizepräsident Conseil Général du Bas-Rhin und Bürgermeister von Herrlisheim warb mit seinem Vortrag «Wie können die Maires, die Oberbürgermeister und Bürgermeister von unserer europäischen Region profitieren? Wie ist der Nutzen für die Bürger sichtbar?» für den Eurodistrikt rund um Karlsruhe.
 
Fragen zur Rolle Karlsruhes waren berechtigt; das offizielle Karlsruhe unter den Gästen kaum auszumachen; "Karlsruhe steht irgendwie dazwischen" so Erwin Vetter; im Gespräch wurden viele deutlicher und meinten "eher abseits" ," mit dem einen Auge  auf die MRN im Norden schielend und mit dem anderen mehr auf sich und die eigene TRK schauend!"  Und sich irgendwann zwischen zwei Metropolregionen oder "zwischen den Stühlen"  wiederfindend!

Ganz anders,  Jürgen Oser vom Regierungspräsidium Freiburg,der engagiert und  praktisch Fortschritte anmahnte aber auch aufzeigte.
. Die offene Rede von Pierre Meyer über den schweren Stand des Elsass gegenüber dem zentralistischen Paris löste auch bei den Elsässern einige Emotionen aus, ebenso ein als Video-Einspieler gezeigtes Gespräch von Christian Frietsch mit Tom Ungerer, der die Tatenlosigkeit der elsässischen Politiker in Paris beklagte.

Als Beobachter und Gast aller drei Symposien, den engagierten und begeisternden Auftritt von Adrien Zeller in lebhafter Erinnerung und den ebenso "gewinnenden" Pierre  Pflimlin durch die Einspielungen aufgefrischt, suchte man  bei den zahlreichen Auftritten nach einer Leitfigur mit Charisma, die die Rolle des Motors in dieser wichtigen Phase des Prozesses übernehmen könnte. Vielleicht  Pierre Meyer, ehemals enger Vertrauter des verstorbenen Adrien Zeller, der als entscheidender Motor der Metropolregion Oberrhein gilt?

Das Pierre Pflimlin-Symposium ist eine gemeinsame Initiative von goodnews4Baden-Baden und dem Brenner's Park-Hotel & Spa in Baden-Baden und findet jährlich statt.

Alois, Fleig ; Ettlingen

Ausführliche (live)-Berichte vom 3. Pflimlin-Symposium  unter

www.goodnews4baden-baden.de


Gastkommentar von Alexander Niemetz:
100 TAGE SCHWARZ - GELB

Willkommen im realen Leben - das, was als Wunschkoalition aus der Taufe gehoben wurde, versank schon nach ein paar Wochen im mediokren Klein-Klein. Ein harmonischer,politischer Honey-Moon jedenfalls sieht anders aus, als das, was die schwarz-gelben Koalitionäre sich seit dem Abschluss des Koalitions- vertrages fast täglich liefern. Als hätten sie sich an ihrem grandiosen Wahlergebnis überfressen, taumelt diese Koalition mit stotterndem Motor am Boden herum, statt endlich elegant abzuheben und Höhe zu gewinnen.
Wer nach zweieinhalb Monaten schon in einem publicity-trächtigen Show-Essen
Gemeinsamkeit demonstrieren muss, wie die drei Parteivorsitzenden Merkel, Westerwelle und Seehofer, der darf sich nicht wundern. Da werden schnell Parallelen gezogen zum Chaos-Start von Rot-Grün, zum Dilettantismus der ersten Monate der Schröder-Fischer-Regierung. Nur Rot-Grün hatte damals wenigstens einen politischen Anspruch: Sie wollten die gesellschaftliche Veränderung. Doch davon ist die Regierung Merkel/Westerwelle weit
entfernt ? auch wenn der Chef-Liberale inzwischen eine geistig-politische Wende anmahnt.
Die Koalition verzettelt sich im Steuerspektakel, in der Causa Steinbach, in den Weiten der Afghanistanpolitik, im Streit über Gesundheitsprämie und Gutscheine für bedürftige Familien, in persönlichen Querelen, im untauglichen persönlichen Profilierungswettbewerb. Und der Kanzlerin fehlt, einstweilen jedenfalls, der Wille oder die Kraft, daran etwas zu ändern.
Die Krux für all dies liegt an zweierlei: Die beiden Parteien, die Christdemo-kraten und die Liberalen haben noch nicht realisiert oder akzeptiert, dass sie sich programmatisch seit 2005 auseinanderentwickelt haben. Die CDU ist bei grossen, politischen Entwürfen vorsichtig geworden. Das hat vor allem damit zu tun, dass bei der Kanzlerin die Lektion von 2005 tief sitzt. Der programmatisch ambitionierteste Wahlkampf in der Geschichte der Partei endete bei
35 Prozent und damit fast im Desaster. Der liberale Reformanspruch von Leipzig ist seit dem Geschichte, die Partei wurde auf einen Kurs einer konsens-orien-tierten sozialen Volkspartei getrimmt. Nun kehrt das lange Verdrängte in Gestalt der FDP auf die Bühne zurück; in Gestalt einer FDP, die wie ein Blutsauger den wirtschaftliberalen Mittelstand der Union übernommen hat und nur so stolze 15 Prozent einfahren konnte. Sie fordert jetzt lautstark ein, die Wende zurück zu früheren Reformvorhaben bei der Steuer, bei den Sozialen Sicherungssystemen
endlich zu vollziehen. So bleibt die Frage offen, ob es sich bei Schwarz-Gelb wirklich um die Traumpaarung oder vielmehr um einen historischen Irrtum handelt.
Zumal ein zweites hinzukommt: Zurecht beschwört die Kanzlerin immer wieder den Ernst der Lage, die tiefste Krise in der Geschichte der Bundesrepublik. Sie weiss, dass diese neue Regierung harte Strukturentscheidungen treffen muss. Aber aus der Sicht ist eben genauso eindeutig, dass Politik in dieser Krise noch für lange Zeit ?auf Sicht? gefahren werden muss. Das ist die Lehre aus erfolgreicher Defensivarbeit bei der Bewältigung der Krise noch aus der
Zeit der Grossen Koalition. Schwarz-Rot hat in der Krise immer dann gut funktioniert, wenn es darauf an kam, wenn der Zwang zu Kompromiss fast so etwas wie einen gemeinsamen Geist kreierte, der keine Machtworte und schon gar kein Basta vertrug.

Diese Perspektive ist natürlich nicht die der liberalen ?Regierungs-Novizen?. Sie wollen nach elf Jahren in der Opposition Politik gestalten: Jetzt und möglichst ungebremst. Hinweise auf mangelnde Spielräume für finanz- oder sozial-politische Strukturreformen werden im liberalen Überschwang ausgeblendet. Die Einsicht, dass krisenfeste Antworten nicht einfach nur Glaubensätze sein dürfen, ist bei manchem Liberalen im neuen Kabinett nicht angekommen.
Erschwerend kommt hinzu: Der Koalitionsvertrag der Schwarzen und Gelben löst das Dilemma nicht auf, sondern verlängert es in die Zukunft.
In Rekordtempo haben die Koalitionäre ihre Koalition ausgehandelt. Durch Geschwindigkeit ein Zeichen setzen, war wohl die Absicht; ein Zeichen setzen, dass man wirklich zusammen regieren wolle.                                                   Nur, wie das Regieren aussehen soll, das blieb merkwürdig offen und umkämpft. Es kann kaum gut gehen, wenn die zwei kleineren Partner im Bündnis stolz für sich reklamieren, sie hätte all ihre Forderungen im Vertrag durchgesetzt ? und der Dritte im Bunde, der Grösste übrigens, schweigt betroffen oder verweist grienend auf den über allem stehenden Finanzierungsvorbehalt. Eine solche Koalition ist (noch) keine Traumpartnerschaft, eine solche Koalition hat (noch) keinen Geist, hat (noch) kein Projekt. Noch steht in den Sternen, ob es zwischen diesen beiden Partnern jemals eine gemeinsame Basis geben kann.
Das erstaunt umso mehr, als die schwarz-gelben Koalitionen in Düsseldorf, in Stuttgart, in Hannover, ja sogar in München ziemlich geräuschlos und erfolgreich funktionieren.
Nach nun fast hundert Tagen lässt sich ein (vorläufiges) Fazit ziehen: Je unkoordinierter, je zerstrittener diese Koalition (selbst in Kleinigkeiten) wirkt, desto drängender wird der Ruf nach einer ordnenden Hand, desto drängender wird die Erwartung an die Kanzlerin nach Orientierung. In der Grossen Koalition war es klug, weil unumgänglich, an den Gebrauch der Richtlinienkompetenz nicht einmal zu denken - zumal die Grosse Koalition, auch wenn man sie nicht mochte, wenigstens etwas Berechenbares, fast Selbstragendes hatte. Dagegen wirkt das Bündnis von Schwarz und Gelb unkonzentrierter, unernster, unbe-rechenbarer. Noch vor jedem, noch so kleinen Erfolgserlebnis stand bei Schwarz-Gelb der Streit, der Modus des Zerredens, der ungute Wettbewerb, im Besitz der Alleinseeligen Wahrheit zu sein. Die Kanzlerin hat bisher noch kaum einen sichtbaren Versuch unternommen, diesen schleichenden Erosions-prozess zu stoppen. Das erhöht das Risiko für die Kanzlerin und schlimmer für ihre
Kanzlerschaft.

Alexander Niemetz

Mit freundlicher Genehmigung von: Persönliches Büro ALEXANDER NIEMETZManagement Michael Prüfer, Büro Alexander Niemetz
Kerstingstr. 18 · 30173 Hannover · Tel. 05 11-81 20 51 · Fax. 05 11-2 83 40 20
Internet: www.pruefer-consulting.com,www.alexanderniemetz.de, email: Michael.Pruefer@t-online.de

Mittelstand im Dialog

An dieser Stelle wollen wir im  DIALOG mit Institutionen, Unternehmen und Persönlichkeiten Fragen und Themen ansprechen, die Sie tangieren, interessieren und zu denen Sie bestimmt etwas zusagen haben!

 
DIALOG 1/2010   Mittelstand trifft: KIT -Spitzenforschung:

Alois Fleig "mifobaden" und BVMW-GF für die TechnologieRegion  

Im Dialog mit:

Prof.Dr.rer.nat.Frank Gauterin am KIT -Institut KFZ-Technik u. CART am KIT

Fleig: Herr Professor vorab ein Geständnis; Muss Ihnen gestehen, dass ich zum KIT ein sehr gespaltenes Verhältnis habe. Als Mensch der Region und  Alumni, der vor exakt 40 Jahren an dieser Fakultät diplomiert hat, bin ich außerhalb dr Region (Stuttgart, Berlin,...) ein begeisterter Botschafter für diese einmalige Sache; betrachte ich allerdings hier vor Ort, was von diesem immensen Potential in der mittelständischen Wirtschaft ankommt, dann weicht die Begeisterung sehr schnell.

Gauterin: Da  sind Sie hier und heute genau richtig; diese Problematik ist erkannt und wird und wurde von den Architekten des KIT in der Struktur berücksichtigt:Es gibt auch 2 große (EU) Förderprojekte bei denen explizit dafür auch mittel bereitgestellt werden können

Fleig: Das freut mich natürlich, wenngleich ich etwas Bedenken haben, wenn ich sehe, dass z.B. im Sog. Business-Club die Eintrittskarte bei 15  000  liegt, ist man dann vielleicht doch lieber unter sich (Mit Daimler, Bosch, und Co)

Gauterin: Gerade das ist nicht Ziel der Sache, umso wichtiger unser Gespräch heute und in Zukunft. Wichtig sind immer Personen; deshalb ist es vor allem notwendig, dass an der Schnittstelle eine engagierte unternehmerisch denkende Persönlichkeit die Fäden in die Hand nimmt!

Fleig: Ich kann ja auch die Professoren gut verstehen, die ja  auch unternehmerisch denken sollen- wenn Sie eben feststellen , dass es sehr zeitaufwendig ist ein "Auftrags-Volumen" von einer halben Million zusammen zu bringen, wenn man dafür nicht mit einem sondern mit zwei Dutzen Unternehmen verhandeln muss, geschweige den dann 10  Mittelständler unter einen Hut zu bringen

Gauterin: Das stimmt, dazu kommt aber noch das Problem des Zeithorizontes; Sind Projekte mit einem 1-jährigen Zeitrahmen (im Rahmen einer Diplomarbeit ) für KMU noch akzeptabel, sind Laufzeiten von 3-5 Jahren ( Promotion) kaum machbar.Eines muss man sicher sehen, mit "Good will" allein ist es nicht getan, es müssen die Strukturen geschaffen werden, dh. Scharnierstellen auf beiden Seiten da sein die

Fleig: Glauben Sie nicht auch, dass als Weg dorthin beide Seiten erst einmal von einander mehr wissen müssen, wie die andere Seite "tickt" und auch einen Einblick in erfolgreiche Projekte bzw. Aufgabenstellungen "live erleben". Können Sie sich nicht auch vorstellen, dass man mit einem "Werkstattbesuch in der Forschung" , wie mit der HS-KA erfolgreich durchgeführt und mit dem FZI gerade in Planung ein wichtiger erster Schritt sein könnte.

Gauterin: Das treffen sich unsere Ziele auf einen Punkt; lassen Sie uns dies anpacken!

Fleig: Das ist ein guter Schlusspunkt; Herzlichen Dank ,Herr Professor Gauterin für dieses wirklich zielgeführte Gespräch.Ich freue mich auf

Mehr zu KIT und Prof. Gauterin : www.kit.edu/CART

...und wer sollte der nächste DIALOG-Partner sein...? Welches Thema?..warum nicht Sie??